Projekte


Willkommen in der Europaschutzzone by Kroesinger/Dura Oktober 2016


 

 

Eine Grenzwanderung

Regine Dura / Hans-Werner Kroesinger (DE)

 

 

Sa 08/10, So 09/10,

Fr 14/10 & Sa 15/10, 15.00

 

www.steirischerherbst.at/deutsch/Programm/Willkommen-in-der-Europaschutzzone

 


GRAECOMANIA 200 years by Kroesinger/Dura Januar 2016

 

Schon lange hegen die Deutschen ein Faible für Griechenland. Wo Goethe Iphigenie “das Land der Griechen mit der Seele suchend” klagen lässt, will Schiller in Deutschland das “neue Griechenland der Zukunft” errichten. In den 1820er-Jahren zieht es Tausende deutscher Freiwilliger nach Griechenland, um für die Sache der Hellenen zu kämpfen. Man organisiert sich in Vereinen und sammelt Millionen für die griechische Revolution. Andere, wie etwa Fürst Pückler und später der moderne Tourist, pilgern in Persona zur Wiege der Demokratie. Heute stehen Kos und Lesbos nicht mehr für Tourismus, sondern sind erste Anlaufstation für Flüchtlinge auf europäischem Territorium. Verschuldung, Grexit, Milliardenkredite – das sind die Schlagworte. Die Kriegsverbrechen der Wehrmacht in Griechenland werden in Deutschland gerne verschwiegen. Die unzähligen Toten bei Massakern und militärischen Aktionen spielen kaum eine Rolle. Der Soldat Erhart Kästner ist damals vor Ort. Er hat den Auftrag, Griechenlandbücher für die Wehrmacht zu schreiben. Es entsteht ein Wanderführer über Kreta, der bis in die 1970er-Jahre Kult ist für jede*n deutsche*n Kretatourist*in. 

“GRAECOMANIA 200 years” von Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura beschäftigt sich mit Geld, Zahlungsflüssen, der deutsch-griechischen Geschichte und attischer Demokratie. Was haben die Taten des Herakles mit dem IWF zu tun?   

 

 

Produktion: Hans- Werner Kroesinger. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Schlachtfeld Erinnerung 1914/2014 by Kroesinger/Dura Juni 2014

Wer in Deutschland an den Ersten Weltkrieg denkt, bezieht sich meist auf die Schlachtfelder an der Westfront. Schlachtfeld Erinnerung 1914/2014 unternimmt einen Perspektivwechsel und untersucht die jeweiligen nationalen Geschichtsschreibungen in Jugoslawien, später Serbien, Bosnien und Herzegowina, sowie in der Türkei, Deutschland, Österreich. Was wird wo wie erinnert? Welche Feindbilder, welche Identifikationsfiguren werden konstruiert? Welche Rolle haben sie in den jüngst zurückliegenden Kriegen im ehemaligen Jugoslawien gespielt? Der Regisseur Hans-Werner Kroesinger und die Filmemacherin Regine Dura haben im Auftrag des Goethe-Instituts in Belgrad, Istanbul und Sarajevo recherchiert. 

Die Uraufführung im HAU Hebbel am Ufer konfrontieren die in Sarajevo, Belgrad und Istanbul gewonnenen Recherchematerialien – historische Zeitungsartikel, Militärberichte, Reiseführer, persönliche Erinnerungen – miteinander. Die Performer aus den vorigen Stationen treten als konkurrierende Handlungsreisende in Sachen historische Sinngebung auf: Wird das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand als terroristischer Akt oder als revolutionäre Tat gedeutet und der Attentäter Gavrilo Princip als Extremist oder als Held? Was war wirklich das Ziel der Allianz des Deutschen und des Osmanischen Reiches? Regisseure und Performer entwickeln aus ihren Erfahrungen bei den Werkstatt-Aufführungen weitere Fragen: Wie verändert der Kontext die Bedeutung eines Dokuments? Was sagen die jeweiligen Geschichtsversionen über die
Gegenwart aus? Welcher Zweck scheint hinter dem jeweiligen Narrativ auf? 

Ausstellung: “Open Spaces“ von Regine Dura

geöffnet 90min vor den Vorstellungen
“Open Spaces” macht die Rechercheprozesse für “Schlachtfeld Erinnerung 1914/2014” in Istanbul, Belgrad und Sarajevo zugänglich und präsentiert sie zusammen mit Arbeiten aus dem Istanbuler Workshop “Narrating War”. Die Ausstellung versteht sich als lebendiges Archiv, das eine Auseinandersetzung mit Geschichte in Form eines Arbeitsraums anbietet. 
in Projekt von Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura. Koproduktion: Goethe-Institut, HAU Hebbel am Ufer, Zentrum für Kulturelle Dekontamination (Belgrad) und Kriegstheater SARTR (Sarajevo). Förderung Recherchephase aus Exzellenzmitteln des Goethe-Instituts. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Gastspielförderung (BITEF/ MESS) durch das Auswärtige Amt.

Exporting War by Kroesinger/Dura Dezember 2014

Nach der Premiere von “FRONTex SECURITY”, die Ende letzten Jahres im HAU Hebbel am Ufer stattfand, setzt Hans-Werner Kroesinger mit Exporting War seine Recherchen zur europäischen Rüstungs- und Sicherheitsindustrie fort. Seit 200 Jahren werden in einem kleinen Dorf im Schwarzwald Waffen produziert und von dort aus in die Welt exportiert. Eine Erfolgsgeschichte, die von Produkten wie Mauser bis hin zu Heckler&Koch reicht: “Bei Handfeuerwaffen sind wir die Innovativsten.” In dem Stück “Exporting War” geht es um den Waffenmarkt, um einen Handel, der Konflikte entscheidet, Krisen befördert, Kriege anheizt oder beendet. Politik lässt sich nicht ohne Waffenhandel, und Waffenhandel nicht ohne Politik denken. Welche Interessen verbinden Industrie, Wissenschaft, Politik und Absatzmärkte? Welche Waffensysteme machen die neuen asymmetrischen Kriege erforderlich? 

Im Anschluss an die Aufführung am 13. Dezember diskutiert Hans-Werner Kroesinger gemeinsam mit Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele und der Journalistin Ulrike Winkelmann über die in der Inszenierung aufgeworfenen Fragen. Es moderiert ARD-Korrespondent John Goetz

 

Produktion: Hans-Werner Kroesinger. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

FRONTex SECURITY by Kroesinger/Dura Dezember 2013

Nach 9/11 ist Sicherheit zu einem der Hauptthemen des 21. Jahrhunderts avanciert. Mittlerweile werden Deutschland und Europa nicht mehr nur am Hindukusch sondern auch im Mittelmeer verteidigt. Um den Grenzschutz und die Migrantenströme effektiv kontrollieren zu können, gründet die EU am 26.10.2004 eine Agentur namens Frontex. Auf der Grundlage des Dublin-II-Abkommens sorgt sie dafür, dass Asylbewerber Deutschland kaum noch erreichen. Kurz nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa verabschiedet das Europäische Parlament in Brüssel am 10.10.2013 das seit langem geplante Programm EUROSUR (European Border Surveillance System). Wurden die Außengrenzen bislang von den nationalen Truppen mit Unterstützung der Frontex geschützt, so vernetzt EUROSUR fortan alle zuständigen Stellen miteinander und macht die Überwachung mit Aufklärungsdrohnen und Satellit zum Standard. 340 Millionen Euro werden für diese Aufgabe bereitgestellt. “Failed States One: Somalia”, das im Januar 2013 im HAU zu sehen war, beschäftigte sich mit der militärischen Sicherung von Europas Handelswegen auf dem Wasser. In “FRONTex SECURITY” weitet Hans-Werner Kroesinger das Thema auf die Frage aus, inwieweit das Leben von Flüchtlingen ein schützenswertes Gut ist. Sicherheit gilt nur noch nach innen und nicht mehr für den Flüchtling, der Schutz sucht. Was bedeutet das für ein Land, das auf Grund seiner Geschichte einmal das liberalste Asylrecht der Welt hatte?

 

Produktion: Hans-Werner Kroesinger. 
Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer. 
Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.